Detektierter abfall

 

c-trace entwickelt System zur Detektion von Störstoffen bei der Bioabfallsammlung. 

Optische Kamera am Sammelfahrzeug übernimmt automatische Kontrolle .

03/03/2022

Mit künstlicher Intelligenz zu mehr Sortenreinheit bei der Sammlung.

Auf der IFAT 2022 feiert eine Technologie Premiere, mit der Städte und Kommunen zukünftig die verschärften Grenzwerte in der kommenden novellierten Bioabfallverordnung einhalten können. c-detect heißt das neue selbstlernende Störstofferkennungssystem von c-trace, einem der führenden IT-Systemhäuser für die Entsorgungswirtschaft. In Kombination mit dem Identifikationssystem c-ident wird so eine gesamtheitliche Lösung mit Rückwirkung auf das Entsorgungsverhalten des Bürgers geschaffen. 

„Im Rahmen der Fortentwicklung der Kreislaufwirtschaft, spielt die Qualität von Stoffströmen eine immer wichtigere Rolle. Die Novelle der Bioabfallverordnung setzt hier unmissverständliche Zeichen,“ so Michael Eikelmann, Geschäftsführer bei c-trace und langjähriger Kenner der Branche. „Um mehr Sortenreinheit zu erzielen, müssen die Störstoffe bereits bei der Sammlung bewertet und reduziert werden. Genau hier setzten wir mit dem neuen System an und nutzen dazu künstliche Intelligenz.“ Um die Stoffreinheit von Bioabfällen - vor allem gegenüber Kunststoffen – abzusichern, steht mit c-detect ein System zur Detektion von Störstoffen in den zur Entsorgung bereitgestellten Bioabfallbehältern zur Verfügung. Dazu nutzt c-trace die Technologie des computerbasierten Sehens (Computer Vision, CV). Das System schaut sprichwörtlich mit einer Kamera in jede Biotonne und bewertet den Inhalt mittels angelernter künstlicher Intelligenz. 

Kontrolle, Bewertung und Reduzierung in einem System

Mit der optischen Prüfung der zur Abfuhr bereitgestellten Biotonnen auf Verunreinigungen, beginnt die Sicherstellung der Kontroll- und Grenzwerte der Bioabfallverordnung bereits an der Quelle. Die von den Bürger:innen verursachten Fehlwürfe werden in ihrer Vielfalt geprüft. Im Falle von Reklamationen durch die Verursacher:innen kann durch die gesicherte Datenlage der Beweis zur Rechtmäßigkeit von förderlichen Maßnahmen im Rahmen der jeweiligen Abfallsatzung angetreten werden. Die generierten Daten ermöglichen sowohl Beratungs- und Ordnungsmaßnahmen wie auch ein gezieltes Stoffstrommanagement. Als Mittel der Zuordnung zum Verursacher dient dabei das bewährte Identsystem c-ident. Nur so lässt sich der Kreis schließen und dem Bürger die Qualität des Bioabfalls zuordnen. Eine potentielle Arbeits- und Gesundheitsbelastung von Mitarbeiter:innen bei manuellen Kontrollen wird vermieden. Zudem erreicht man mit einem automatisierten System eine 100 %-ige Abdeckung der Kontrolle – und dies, ohne zusätzliches Personal einzustellen. Die sichere Nachweisführung von Verunreinigungen und deren Verursacher:innen ist Basis weiterer Schritte zur Qualitätsverbesserung von Bioabfällen bis hin zum sauberen Endprodukt. Eine verlässliche Sicherung der Bioabfallverwertung in ökologischer und ökonomischer Hinsicht wird so durch ein verbundenes Qualitätsmanagement entlang des gesamten Entsorgungsweges gewährleistet. 

c-detect dient als Entscheidungsbasis für die Stoffstromlenkung auf breitester Datenlage 

Die gesonderte Verarbeitung besonders verschmutzter Chargen kann mit c-detect zielgerichtet gesteuert werden. Auch auf die Kompost- und Vergärungsanlagen wirkt sich das positiv aus: Aufbereitungstechnik und Betriebsaufwand werden entlastet und können effizienter betrieben werden. Durch die Minimierung des Restmüllaufkommens sinken die Entsorgungskosten bei gleichbleibender Anlagentechnik. c-detect wirkt sich sowohl ökonomisch wie ökologisch positiv aus: Verbesserte Recyclingquoten, weniger CO²- und Feinstaubbelastung durch die gezielte Steuerung der Abfallsammelfahrzeuge beim Stoffstrommanagement, weniger Mikroplastik in den Böden und höheres Umwelt- und Recyclingbewusstsein bei den Bürger:innen.

Das neue System zur Störstofferkennung wird bis zum Ende des Jahres zur Verfügung stehen.  Aktuell befindet sich c-detect in der Trainingsdatensammlungsphase mit den Umweltbetrieben Bielefeld. Auf der IFAT in Halle A6, Stand 451, stellt c-trace einen Prototyp vor und zeigt anschaulich, wie künstliche Intelligenz funktioniert und welches Potenzial sie für andere Anwendungen bieten könnte.

Wir freuen uns  auf Ihren Besuch in Halle A6, Stand 451